
Michael Jacksons Leibarzt, Dr. Conrad Murray, konnte den Aussagen seiner Anwälte zufolge zunächst keinen Krankenwagen rufen, weil er nicht die Adresse des Anwesens, auf dem er den Sänger kurz vor dessen Tod auffand, nicht kannte.
Dr. Murphy befand sich am Donnerstag, 25 Juni, bei dem ‘Thriller’-Interpreten, als dieser einem vermeintlichem Herzstillstand erlag. Er beharrt darauf, dass er alles erdenkliche versuchte, um das Leben der Pop-Ikone zu retten, sich jedoch nicht gut genug auf dem Grundstück in Los Angeles auskannte und noch nicht mal die Adresse wusste.
Sein Anwalt Edward Chernoff bestätigte, dass Dr. Murray die Notruf-Nummer 911 zu erreichen versuchte, aufgrund von Sicherheitseinschränkungen jedoch keine Verbindung nach draußen bekam. Er soll in Betracht gezogen haben sein Mobiltelefon zu benutzen, wusste allerdings nicht die Adresse. Daraufhin rief er nach den Hausangestellten.
Chernoff erklärt: “Wir können nicht genau sagen, wann 911 gewählt wurde.”
Der Arzt rannte anschließend durchs Haus und traf auf Jacksons Koch, der das Sicherheitspersonal informierte, die dann endlich den Notruf tätigten.
Während er auf die Notfallsanitäter wartete, startete Murray wiederholt Wiederbelebungsversuche. Nun geriet er in die Kritik, weil er den Körper des Sängers nicht vom Bett auf den Boden verlegt hatte.
“Dr. Murray versuchte es einige Minuten lang mit Herz-Lungen-Reanimation, um ihn wiederzubeleben - erfolglos”, schildert Chernoff das tragische Ereignis aus der Sicht des Leibarztes. “Michael lag noch auf dem Bett und er legte eine Hand als Stütze unter seinen Rücken und presste mit seiner anderen Hand. Er überprüfte immer wieder den Puls und der Puls blieb.”
Anschließend wurde der King of Pop ins Krankenhaus gebracht und um 14:26 Uhr für tot erklärt.
Obwohl der Superstar Berichten zufolge kurz vor seinem Tod von verschreibungspflichtigen Medikamenten abhängig war und regelmäßig Injektionen des Schmerzmittels Demerol erhielt, streitet der Anwalt weiterhin ab, dass sein Mandant Jackson das Medikament je verabreicht habe.
Bei der US-TV-Show ‘Good Morning America’ erläuterte er: “Ich kann eindeutig bestätigen, dass da kein Demerol im Spiel war. Dr. Murray verabreichte kein Demerol und niemand hat ihn dabei beobachtet, wie er es verwendete. Ich bin nicht sicher, wie sich das herumgesprochen hat. Ich kann versichern, dass es nicht wahr ist.”
Inzwischen sind Gerüchte darüber im Umlauf, dass Murray, den Michael Jackson 2006 traf und im letzten Monat zu seinem Leibarzt machte, von dem Ärztedachverband ‘American Board of Medical Specialities’ (ABMS) ausgeschlossen wurde. Dem ABMS zufolge war Dr. Murray vom Ausschuss der Inneren Medizin beglaubigt worden, was jedoch im Dezember letzten Jahres verfiel, nachdem er das Zertifikat nicht erneuert hatte lassen.
Vom Ausschuss für Herzkreislauf-Erkrankung hatte er außerdem keinerlei Zeugnis ausgestellt bekommen.
Zwischenzeitlich forderte der Arzt rund 210.000 Euro für unbeglichene Gebühren von AEG Live, das Unternehmen, das Michael Jacksons 50 ‘This Is It’-Konzerte in der Londoner O2-Arena organisierte.
Randy Philips, Geschäftsführer von AEG Live, ist sich jedoch sicher, dass der Vertrag, der die Zahlungen an Murray absichern sollte, nie von dem verstorbenen Sänger unterschrieben worden und deshalb nicht gültig sei.
(C) BANG Media International
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